Archiv für die Kategorie ‘Politik’
Schlechter Rat ist billig…
und da unsere Alphajournalisten soviel davon zu bieten haben, gibt Claus Tigges in der FAZ den USA den Tipp, sich aus der Krise herauszusparen. Was in anderen Fällen ja bekanntlich hervorragend funktioniert hat (s. Japan od. Hoover).
Denn bekanntlich sieht sich der Konsument ja stets den aktuellen Stand der Staatsverschuldung an und rechnet die potentielle Steuerbelastung aus, bevor er sich zu einem Kauf entschließt. Und die dürfte schließlich gewaltig sein, wenn wir den für Tigges & Co. einzig akzeptablen Weg beschreiten und Vermögens- und Unternehmensgewinne weiterhin als sakrosankt behandeln. Dass es in Wirklichkeit darum geht, einen wieder aktiver redistributive Politik betreibenden Staat zu verhindern, kann natürlich nicht sein…
Fundgrube (23.04.09)
Interessant – nicht nur weil es kostenlos ist: In seinem frei verfügbaren Werk „The Conservative Nanny State: How the Wealthy Use the Government to Stay Rich and Get Richer.“ enttarnt Dan Baker den Mythos von der Staatsfeindlichkeit der amerikanischen Konservativen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass der Staat nicht generell zurückgedrängt, sondern zum Handlanger der ökonomischen Eliten degradiert werden soll. Im Kern kein wesentlicher Unterschied zur Bundesrepublik – Staatseingriffe werden hierzulande bevorzugt angegriffen, wenn sie „populistisch motiviert“, d.h. den Interessen einer Mehrheit dienlich sind…
dabei sollte man von jedem einigermaßen politisch denkenden Geist erwarten können, dass er die „Frage „Wer kriegt wann, was, warum?“ stellt – deren Antwort, wie Feynsinn anmerkte, eher selten im Sachzwang zu finden ist. Wer über Politik redet und von der Macht schweigt, ist ein Lügner oder ein Dummkopf. In manchen Fällen auch eine Mischung aus beidem.
Nichts tun ist manchmal besser als das falsche tun? Wer die jüngsten Meldungen zur wirtschaftlichen Entwicklung verfolgt, wird sich dieser Meinung von Rainer Hank in der FAZ wohl schwerlich anschließen können. Ohne massive Maßnahmen droht die deutsche Wirtschaft in ein Loch zu fallen, in dem auch die „automatischen Stabilisatoren“ der Sozialsysteme kaum noch Entlastung bringen. Aber vielleicht können wir ja doch auf dem Trittbrett – und natürlich auf Kosten weiterer Opfer der Arbeitnehmer – aus der Krise kommen…
Hauptsache, niemand kommt auf die abwegige Idee, dass es vielleicht nicht notwendig ist, unseren nie zufriedenen Standortverbesserern jetzt um jeden Preis ihre Anlagen zu retten.
Eigentlich kein Wunder, dass so mancher der Ansicht ist, die deutsche Regierung verdiene es zu scheitern.
Wie dieser schöne Übersichtsartikel der Nachdenkseiten in Erinnerung ruft, trug diese auch zur Entstehung der Krise durchaus ihr Scherflein bei. Kein Wunder, dass ein Steinmeier da nicht nach Schuldigen suchen will.
Vielleicht herrschen ja nicht nur in den USA im Grunde ähnliche Bedingungen wie in von korrupten Eliten heruntergewirtschafteten Schwellenländern – auch wenn bei uns die Korruption nicht offen ist…